Teil 1: Einleitung
Teil 2: Haben Sie ein Ziel?
Teil 3: Kennen Sie Ihre Zielgruppe?
Teil 4: Kennen Sie Ihren Wettbewerb?

Frage Nr. 4: Wie einzigartig sind Sie eigentlich?

Achtung, jetzt wird es spannend:

Wie einzigartig sind Sie eigentlich? Wenn Sie einen USP haben, dann können Sie sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Und wenn wir uns den Begriff USP, also Unique Selling Proposition (Alleinstellungsmerkmal), einmal genau angucken und das Wort „unique“ betrachten, also das Wort „einzigartig“, dann bedeutet das:

Das gibt es so kein zweites Mal in Ihrer Branche.

Okay, Sie verkaufen Strom und Gas, Telefon, Wasser… Gibt es alles schon, ich weiß. Ich bin aber noch nicht fertig! :-)

Ihre Aufgabe als Geschäftsleiter*in oder Marketingverantwortliche*r muss es sein, einen Mehrwert zu schaffen für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung, der so einzigartig ist, dass mir als Kunde überhaupt gar nicht mehr in den Sinn kommen würde, jemals wieder woanders einzukaufen als bei Ihnen.

Und wenn Sie das Pech (oder das Glück) haben, dass Sie ein Produkt verkaufen, das einfach fertig konfiguriert ist (Strom!), bei dem es vielleicht keine Möglichkeit gibt, noch einen Mehrwert oben drauf zu packen (Gas!), dann schauen Sie, ob Sie vielleicht einen sogenannten Unique Added Value hinzufügen können.

Ein Unique Added Value ist ein einzigartiger, hinzugefügter Mehrwert, der zwar nicht das Produkt oder die Dienstleistung an sich verbessert, aber einen echten Mehrwert hinzufügt, der wiederum so einzigartig ist, dass Sie sich vollkommen vom Wettbewerb abgrenzen können (und aus der Preisvergleichbarkeit herauskommen) und es für Ihre (regionalen) Kunden überhaupt keine andere Wahl mehr gibt, als nur noch bei Ihnen einen Tarif abzuschließen.

Was könnte ein UAV sein? Das kommt sicher auf den Einzelfall an, aber denken Sie an eine Faustformel: X+Y.

X ist das eigentliche Produkt, z.B. der Strom. Den bezieht der Kunde sowieso. Y könnte ein UAV sein, der das Produkt aus der Vergleichbarkeit herausnimmt. Etwas, das Sie auch haben, was Ihnen keine allzu großen Umstände macht oder Kosten verursacht. So könnten etwa Stromkunden für die Wallbox zuhause eine Ladekarte bekommen für die kostenfrei Nutzung Ihrer Ladesäulen in der Region.

Wird der Kunde jetzt nur noch an den Ladesäulen laden? Nein, der ist nach wie vor bequem und er lädt zu Hause. Aber die Option, es kostenfrei zu können, kann den entscheidenden Impuls geben, den Tarif bei Ihnen zu buchen.

→ Ein anderes Beispiel stellen wir Ihnen hier mit Case-Study bereit: “Die grüne Cloud für Stadtwerke Kunden”. Trifft den Kern und liefert Ihnen vielleicht auch den gewünschten Input.

Das geht bei Ihnen auch nicht? Okay… Nicht verzagen, denn Sie haben trotzdem immer noch ein As im Ärmel: Sich selbst!

Denn Sie können sich perfekt über das Internet positionieren. Mit Ihrem Unternehmen, Ihrem Team, Ihren Produkten und Dienstleistungen, Ihren Werten, Ihrer Philosophie, Ihrer Geschichte, Ihrer Persönlichkeit…

Moment, wieso Werte? Geht es nicht einfach nur um Strom?

Nein. Ihre unternehmerischen Werte als Teil der gesamten Markenbildung finden sehr wohl (u.U. sogar zuvorderst) ihren Weg nach draußen zu Ihren Kunden. Warum? Ganz einfach:

Ihre Kunden haben nicht nur Interesse daran, WAS Sie tun (verkaufen, produzieren), sondern WARUM Sie es tun. Ihre kommunizierten Werte können hier schon den entscheidenden Verkaufs-Unterschied machen!

Wenn Sie also ein engagierter regionaler Energieversorger sind, der sich z.B. auf die Fahnen geschrieben hat, dass jedes Kind in der Stadt die Möglichkeit haben soll, ein Instrument zu lernen und dieses über Sponsoring und Engagement sicherstellen, dann ist das ein riesiges Pfund, mit dem Sie in Ihrer Kommunikation wuchern können.

Sie werden auf einmal regional ganz anders wahrgenommen, als der “seelenlose” Konkurrent von irgendwo aus dem Internet, der den Markt mit seinem billigen Strom überschwemmt, aber nichts für die Menschen vor Ort tut.

Wissen Sie, worauf ich hinaus möchte?

Zusammenfassung

Sie haben nun viel gelesen über Ziele, Zielgruppen, Wettbewerb und Abgrenzung, Werte, Mehrwerte und setzen sich nun vielleicht mit völlig neuen Impulsen auseinander.

Aber was kommt als nächstes? Was ist der nächste Schritt?

Machen. Anfangen. Starten Sie sofort mit einem Stift und einem leeren Blatt Papier, meinetwegen am Whiteboard oder Flipchart.

“Better done than perfect!”, sagen die US-Amerikaner.

Lieber erledigt als perfekt. Damit ist eigentlich auch schon fast alles gesagt!

Denn bei aller Planung, bei allen Analyse-Tools und Vorkehrungen, die Sie im Marketing treffen können, sollten Sie das Anfangen mit der Umsetzung nicht vergessen.

Denn das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, ist, in einer analytischen Lähmung gefangen zu sein, die Sie vom ersten Schritt abhält: Mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung an die Öffentlichkeit zu gehen.

Denn woher sollen die Menschen wissen, dass es Sie gibt und Sie tolle Produkte und Leistungen anbieten?

Ihre Aufgabe in den Marketingabteilungen ist die: Schaffen Sie einen Mehrwert, der Sie unabhängig macht von Faktoren wie dem Preis, mit denen Sie mit Ihrer Konkurrenz im vergleichbaren Wettbewerb stehen.

Ich verspreche Ihnen, wenn Sie diese und die „Bei-Fragen“ stellen und wirklich sinnvoll, ehrlich, präzise und richtig beantworten, die Aufgaben dann mit dem nötigen Ernst umsetzen, dann sind Sie auf dem richtigen Weg aus der Konkurrenzfalle.