Glasfaserausbau-Software. Der Überblick.

GIS, Kundenprozesse, ERP – drei Software-Kategorien entscheiden über deinen Ausbau. Hier erfährst du, welche was leistet und worauf es bei der Auswahl ankommt.

Welche Software braucht ein Stadtwerk für den Glasfaserausbau?

Für den Glasfaserausbau brauchen Stadtwerke Software in drei Kategorien: Netzplanung und Dokumentation (GIS), Vermarktung und Kundenprozesse sowie Backoffice und Abrechnung (ERP). Keine einzelne Lösung deckt alle drei Bereiche ab – entscheidend ist, wie gut die Systeme über Schnittstellen zusammenspielen. Die GIS-Ebene plant das physische Netz, das ERP rechnet Verträge ab. Dazwischen liegt die Schicht, an der die meisten Ausbauprojekte hängen: Vorvermarktung, Grundstückseigentümererklärungen, Bestellstrecke, Auftragsabwicklung und Open Access.

Kategorie Aufgabe Typische Systeme Zusammenspiel
Netzplanung & Dokumentation (GIS) Trassenplanung, Fasermanagement, As-Built-Dokumentation vom PoP bis zum Hausanschluss cableScout, FNT Command, ArcGIS Liefert Ausbaustatus und Verfügbarkeit auf Adressebene – ConsumerHub bezieht diese Daten per Schnittstelle
Vermarktung & Kundenprozesse Vorvermarktung, D2D-Steuerung, GEE-Verwaltung, Online-Bestellstrecke, Kundenportal, Open Access ConsumerHub Die Schicht zwischen Netz und Kunde – verbindet GIS-Daten und ERP mit digitalen Kundenprozessen
Backoffice & Abrechnung (ERP) Vertragsabrechnung, Buchhaltung, Provisionierung, Regulierungsprozesse kVASy, SAP IS-U, Wilken, Schleupen Erhält Aufträge automatisch aus ConsumerHub – ohne manuelle Nacherfassung

Warum ein Standard-CRM nicht reicht.

Viele Stadtwerke starten den Ausbau mit dem CRM, das sie schon haben – und merken nach Monaten, dass die Fachlichkeit fehlt. Ein CRM kennt Kunden und Verkaufschancen. Der Glasfaserausbau denkt aber in Adressen: Ausbaustatus, Homes Passed, GEE-Status und Anschlussverträge hängen am Gebäude, nicht am Kontakt. Dazu kommen Prozesse, die kein Standard-CRM mitbringt: rechtssichere Grundstückseigentümererklärungen, Verfügbarkeitsprüfung in der Bestellstrecke, S/PRI-Wholesale mit den Prozessen GF1–GF9.

Diese Fachlichkeit in ein generisches System hineinzukonfigurieren kostet sechsstellig – und bei jeder Prozessänderung erneut. ConsumerHub bringt die Glasfaser-Prozesse ab Werk mit und verbindet sich per Schnittstelle mit CRM, ERP und GIS, statt sie zu ersetzen.

Wie steuerst du D2D-Teams und Vertriebspartner?

Die Vorvermarktung entscheidet, ob sich ein Ausbaugebiet rechnet – und sie läuft fast immer über Außendienst: eigene D2D-Teams, externe Agenturen, Haustürgeschäft. Ohne Software heißt das Excel-Listen je Agentur, Zettel an der Haustür und Provisionsstreit am Monatsende. Eine Vorvermarktungs-Software braucht vier Dinge: Gebietsverwaltung (wer bearbeitet welche Straßenzüge, mit welcher Quote), Leadstatus je Adresse (Interesse, Absage, Wiedervorlage – dokumentiert statt gemerkt), eine Außendienst-App mit rechtssicherem Abschluss an der Haustür und eine Provisionsabrechnung, die Abschlüsse automatisch den Partnern zuordnet.

Der entscheidende Unterschied zu einer reinen D2D-Insellösung: Im ConsumerHub fließen Haustür-Abschlüsse in dieselbe Bestellstrecke und denselben Kundendatensatz wie Online-Bestellungen. Vertriebskanal und Backoffice arbeiten auf einer Datenbasis – Doppelerfassung und Kanalbrüche entfallen.

Welche Schnittstellen braucht Glasfaser-Software?

Die beste Vermarktungssoftware ist wertlos, wenn Bestellungen sie nicht verlassen. Vor der Auswahl gehört deshalb die Schnittstellen-Frage geklärt: Welche Systeme sind gesetzt, welche Adapter existieren fertig, was muss individuell gebaut werden? ConsumerHub bringt ein Adapter-Framework mit fertigen Anbindungen mit:

Backoffice & Abrechnung

kVASy, SAP IS-U, Wilken, Schleupen

Provisionierung

Tele AG, Konzeptum, KNM

GIS & Netzplanung

ArcGIS

CRM

Cursor, EVI, HubSpot, Salesforce

Wholesale

VitroConnect (S/PRI GF1–GF9)

Standards

REST, SOAP, OAuth2, Webhooks

Worauf du bei der Auswahl achten solltest.

01

Glasfaser-Fachprozesse ab Werk

GEE-Verwaltung, Verfügbarkeitscheck auf Adressebene, S/PRI-Prozesse – wer das in ein generisches CRM erst hineinkonfigurieren muss, zahlt doppelt: beim Aufbau und bei jeder Änderung.

02

Adress- statt Kundenlogik

Im Ausbau ist die Adresse das führende Objekt, nicht der Kunde: Ausbaustatus, Homes Passed, GEE-Status und Verträge hängen am Gebäude. Die Software muss das abbilden.

03

Offene Schnittstellen

REST, SOAP, Webhooks und fertige Adapter für ERP, GIS und Provisionierung. Jede Insellösung ohne API wird zum nächsten Datensilo.

04

Modularer Start

Mit der Phase starten, die gerade bremst – etwa GEE oder Bestellstrecke – und erweitern, wenn der Ausbau fortschreitet. Kein Big-Bang-Projekt.

05

White-Label-Fähigkeit

Bestellstrecke und Portal laufen unter deiner Marke, mit deinen Farben und deiner Domain – der Kunde erlebt sein Stadtwerk, nicht den Softwareanbieter.

06

No-Code-Anpassbarkeit

Tarife, Aktionen und Bestellstrecken ändern sich laufend. Wenn dafür jedes Mal ein Entwickler nötig ist, wird die Software zum Engpass.

07

DSGVO & Hosting in Deutschland

Kundendaten, Eigentümerdaten und Vertragsdaten – für Stadtwerke ist deutsches Hosting mit DSGVO-konformer Verarbeitung Pflicht, nicht Kür.

Software für den Glasfaserausbau, kurz erklärt.

Brauchen Stadtwerke ein eigenes CRM für den Glasfaserausbau?

Ein generisches CRM verwaltet Kontakte und Verkaufschancen – der Glasfaserausbau braucht mehr: Adress- und Ausbaustatuslogik, GEE-Verwaltung, Verfügbarkeitsprüfung, Bestellstrecken und S/PRI-Prozesse. Diese Fachlichkeit muss in Standard-CRMs teuer nachgebaut werden. Sinnvoller ist eine Lösung, die Glasfaser-Prozesse ab Werk mitbringt und sich per Schnittstelle mit einem vorhandenen CRM oder ERP verbindet.

Welche Software steuert Vorvermarktung und D2D-Vertrieb?

Für die Vorvermarktung braucht es Gebietsverwaltung, Leadstatus je Adresse, eine Außendienst-App und Provisionsabrechnung für externe Vertriebspartner. Im ConsumerHub übernimmt das Vertriebsmodul diese Aufgaben: D2D-Teams und Agenturen arbeiten auf derselben Datenbasis wie der Innendienst, Abschlüsse fließen direkt in die Bestellstrecke – ohne Zettel, Excel oder doppelte Erfassung.

Wie kommen Bestellungen automatisch ins ERP?

Über Adapter: ConsumerHub übergibt Aufträge per Dispatching-Modul automatisch an Backoffice-Systeme wie kVASy, SAP IS-U, Wilken oder Schleupen und an Provisionierungssysteme. Validierungsregeln prüfen die Daten vor der Übergabe, Eskalationspfade fangen Fehler ab. Das ersetzt die manuelle Nacherfassung – die häufigste Fehlerquelle zwischen Vertrieb und Abrechnung.

Was unterscheidet GIS-Software von Vermarktungssoftware?

GIS-Systeme wie cableScout oder FNT Command planen und dokumentieren das physische Netz: Trassen, Fasern, Verteiler. Vermarktungssoftware wie ConsumerHub arbeitet auf denselben Adressen, aber mit anderem Ziel: aus Homes Passed zahlende Kunden machen. Beide Kategorien ersetzen sich nicht – sie werden per Schnittstelle verbunden, damit Verfügbarkeitsdaten automatisch in Vertrieb und Bestellstrecke landen.

Stand: Juli 2026

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